Projekttage in der letzten Schulwoche – 5ab

Nach einem äußerst turbulenten und ungewöhnlichen Schuljahr erlebten die Schüler der beiden fünften Klassen zumindest eine annähernd „normale“ letzte Schulwoche. Durch die Teilung der beiden Klassen in jeweils zwei Gruppen konnte jede Gruppe jeweils zwei Projekttage durchführen. Am Montag bzw. Dienstag lautete das Motto „Natur, Teambuilding und Wettbewerb an der frischen Luft“. Im sportlichen Teil des Tages galt es für die Gruppen, in verschiedenen Bewegungsspielen ihre Koordination und ihre Zusammenarbeit auf dem Sportplatz unter Beweis zu stellen. Bei sommerlichen Temperaturen versuchten die Schüler zum Beispiel, einen Schüler nur mithilfe von Holzstäben gemeinsam über ein Hindernis zu transportieren oder eine Plane umzudrehen, ohne diese zu verlassen.

Im anderen Teil des Tages ging es in die Natur. Am Fuße der Hartenburg hatten die Schüler verschiedene Aufgaben gemeinsam zu bewältigen, wie verschiedene Pflanzen zu bestimmen oder ein Bild mithilfe von Naturmaterialien zu gestalten. Das Highlight des Tages bildete zum Abschluss das sogenannte „verpackte Ei“. Die Schüler hatten die Aufgabe, wiederum nur mit Naturmaterialien ein rohes Ei möglichst sicher zu verpacken. Dieses Ei musste dann den „Sturz“ aus der zweiten Etage der Schule überleben. Gespannt packten alle Gruppen nach dem freien Fall ihre „Eierpakete“ aus. Soviel sei gesagt: die Hälfte aller Eier taugte dann nur noch zur Weiterverarbeitung als Rührei… ;-)

Der zweite Projekttag war ursprünglich mit einer Wanderung an den Badesee nach Irmelshausen mit einem abschließenden Picknick mit unseren Klasseneltern geplant. Aber Corona hat uns leider oft gezeigt, dass Planungen, egal wie gut sie auch sein mögen, durch äußere Einflüsse komplett hinfällig werden können. In unserem Fall spielte uns das Wetter einen Streich, sodass wir den Tag spontan umplanen und nach Innen verlegen mussten.

Den ersten Teil des Tages verbrachten die Gruppen im Klassenraum mit einigen kleinen Spielen. Im zweiten Part ging es in die Sporthalle, in der verschiedene Mannschafts- und Bewegungsspiele gespielt wurden. Ordentlich ausgepowert, bereiteten wir das Picknick als Indoor – Variante in der Säulenhalle vor. Unsere Eltern hatten hierfür wahnsinnig viele Leckereien vorbereitet, sodass sich jeder nach Belieben satt essen konnte. Als wäre das noch nicht genug, spendierte das Restaurant Wacholderschänke aus Hildburghausen selbstgemachte Pizzen und ein Schokodessert. An dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an die Wacholderschänke und alle Eltern – das war wirklich ein gelungenes Highlight zum Abschluss des Schuljahres!

Auch wenn wir in diesem Schuljahr viele der geplanten Ausflüge nicht durchführen konnten und ein großer Teil des Lernens nicht in der Schule, sondern zuhause stattgefunden hat, so war zumindest unsere letzte Schulwoche ein schöner, gemeinsamer Abschluss dieses für alle seltsamen Jahres. Allein diese beiden Tage haben deutlich gezeigt, wie wichtig das Miteinander auch abseits des Klassenraums ist und wie sehr vielen Schülern diese Normalität gefehlt hat. Wir alle wünschen uns, dass wir nach den Sommerferien zu etwas mehr Normalität zurückkehren und wir zusammen wieder mehr dieser Erinnerungen erleben dürfen.

16.07.2020

Weg des Gedenkens – 9a

Den jungen Leuten sage ich: Ihr habt keine Schuld an dem, was passiert ist. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt.

Esther Bejarano, Überlebende des KZ Auschwitz – Birkenau

Trotz eines sehr ungewöhnlichen Schuljahres aufgrund der Covid – 19 Pandemie bedingten Schulschließungen und der Streichung aller Ausflüge, beteiligte sich die Klasse 9a am Arbeitseinsatz an der Gedenkstätte am Großen Gleichberg. Wie Esther Bejarano treffend formuliert, ist es für die heutige Jugend unerlässlich, sich über die Verbrechen und Schrecken in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bewusst zu werden, auch um zu verhindern, dass jemals wieder eine solch menschenverachtende Gruppe die Kontrolle über die gesamte Gesellschaft übernimmt.

Deshalb war es uns als Schulgemeinschaft wichtig, dass die Tradition zur Pflege des Weg des Gedenkens fortgesetzt wird. Zwei Monate später als sonst üblich, trafen sich am Donnerstag, den 16.07.2020, 20 Jungen und Mädchen der Klasse 9a am Waldhaus, um einen praktischen Tag zur Geschichte des ehemaligen Arbeitserziehungslagers zu gestalten.

Zu Beginn umriss der Ortschronist Römhilds, Herr Ralf- Rainer König, die wichtigsten Etappen der neuzeitlichen Geschichte Römhilds bis hin zur Entstehung des Arbeitserziehungslagers am Basaltwerk. Herr König vermittelte eindrucksvoll, wie im Lager bis zu 500 Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden und wie durch den Terror der Nazis alleine an dieser Stelle über 170 junge Männer aus ganz Europa ihr Leben lassen mussten.

Motiviert von der Tatsache, dass diese Verbrechen nicht vergessen werden dürfen, gingen alle Schüler in vier Arbeitsgruppen an die Aufräumarbeiten an den beiden Waldfriedhöfen und dem Sandstollen, in welchem 1947 70 tote Häftlinge geborgen wurden. Gerade aus aktuellen Hintergründen ist es wichtiger denn je, dieser Gedenkstätte die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und sie für die Öffentlichkeit sichtbar und gepflegt zu halten.

Zum Abschluss des Tages sponserte die Stadtverwaltung Römhild eine kleine Stärkung vom Bratwurstrost. An dieser Stelle möchten wir ein großes Dankeschön an den Bauhof der Stadt Römhild zur Unterstützung des Arbeitseinsatzes und besonders an Herrn Ralf- Rainer König richten, der den Tag wie schon in den vergangenen Jahren reibungslos organisierte.