Weg des Gedenkens – 16.07.2020

Den jungen Leuten sage ich: Ihr habt keine Schuld an dem, was passiert ist. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt.

Esther Bejarano, Überlebende des KZ Auschwitz – Birkenau

Trotz eines sehr ungewöhnlichen Schuljahres aufgrund der Covid – 19 Pandemie bedingten Schulschließungen und der Streichung aller Ausflüge, beteiligte sich die Klasse 9a am Arbeitseinsatz an der Gedenkstätte am Großen Gleichberg. Wie Esther Bejarano treffend formuliert, ist es für die heutige Jugend unerlässlich, sich über die Verbrechen und Schrecken in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur bewusst zu werden, auch um zu verhindern, dass jemals wieder eine solch menschenverachtende Gruppe die Kontrolle über die gesamte Gesellschaft übernimmt.

Deshalb war es uns als Schulgemeinschaft wichtig, dass die Tradition zur Pflege des Weg des Gedenkens fortgesetzt wird. Zwei Monate später als sonst üblich, trafen sich am Donnerstag, den 16.07.2020, 20 Jungen und Mädchen der Klasse 9a am Waldhaus, um einen praktischen Tag zur Geschichte des ehemaligen Arbeitserziehungslagers zu gestalten.

Zu Beginn umriss der Ortschronist Römhilds, Herr Ralf- Rainer König, die wichtigsten Etappen der neuzeitlichen Geschichte Römhilds bis hin zur Entstehung des Arbeitserziehungslagers am Basaltwerk. Herr König vermittelte eindrucksvoll, wie im Lager bis zu 500 Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden und wie durch den Terror der Nazis alleine an dieser Stelle über 170 junge Männer aus ganz Europa ihr Leben lassen mussten.

Motiviert von der Tatsache, dass diese Verbrechen nicht vergessen werden dürfen, gingen alle Schüler in vier Arbeitsgruppen an die Aufräumarbeiten an den beiden Waldfriedhöfen und dem Sandstollen, in welchem 1947 70 tote Häftlinge geborgen wurden. Gerade aus aktuellen Hintergründen ist es wichtiger denn je, dieser Gedenkstätte die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und sie für die Öffentlichkeit sichtbar und gepflegt zu halten.

Zum Abschluss des Tages sponserte die Stadtverwaltung Römhild eine kleine Stärkung vom Bratwurstrost. An dieser Stelle möchten wir ein großes Dankeschön an den Bauhof der Stadt Römhild zur Unterstützung des Arbeitseinsatzes und besonders an Herrn Ralf- Rainer König richten, der den Tag wie schon in den vergangenen Jahren reibungslos organisierte.