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18.03.2024 Theaterbesuch „Die Welle“ am Meininger Staatstheater


Fotos: Schulförderverein

Am 18. März 2024 begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 9 in Begleitung ihrer Deutschlehrerinnen Frau Wüscher und Frau Schmidt auf einen Wandertag zur Theateraufführung von „Die Welle“ am Meininger Staatstheater.

Das Theaterstück begann um 10 Uhr mit einer eindrucksvollen Szene, in der die Darsteller in einer riesigen Party den Klassenraum betraten, begleitet von dem Song „Can’t Hold Us“ von Macklemore. Eine Schulpause wurde dadurch symbolisiert. Die Darsteller tanzten auf den Tischen und änderte immer wieder via Bluetooth die Lieder.

Das Bühnenbild des Klassenzimmers war schlicht in Weiß gehalten, aber die Atmosphäre wurde durch grelles Licht und projizierten Originalaufnahmen vom KZ Auschwitz verstärkt. Die Einführung zum Zweiten Weltkrieg durch den Lehrer Ben Ross schuf einen bedeutsamen Kontext für die Handlung. Denn der Plot, welcher auf wahrer Begebenheit basiert, drehte sich um das soziale Experiment eines Lehrers namens Ben Ross, der die Frage aufwarf, ob ähnliche Strukturen wie im nationalsozialistischen Deutschland auch in der heutigen Zeit entstehen könnten.

Die Schülerinnen und Schüler wurden aktiv in das Experiment eingebunden, das den Grundsatz der „Wave“ – Erfolg durch Disziplin – aufstellte. Die militärische Atmosphäre wurde zunehmend spürbar, während die Klasse das Aufstehen immer wieder übte und der Lehrer das Experiment für das Publikum immer wieder kommentierte. Im Verlauf des Experiments unternahmen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Maßnahmen, um äußerlich als Teil der Wave erkennbar zu sein. Dazu gehörte das Tragen von roten Hemden, schwarzen Jeans und schwarzen Schuhen, die über Amazon bestellt wurden. Zudem wurden Armbinden mit dem Wellensymbol angefertigt und getragen, um die Zugehörigkeit zur Gruppe zu verdeutlichen. Diese äußeren Kennzeichen dienten nicht nur als visuelle Identifikation, sondern symbolisierten auch die Zusammengehörigkeit und Einheit der Wave-Bewegung. Die Wave-Grundsätze – Stärke durch Gemeinschaft und Stärke durch Aktion – wurden eingeführt, wobei Klara als einzige die Grundsätze in Frage stellte und das Experiment kritisch hinterfragte.

Die Konfrontation in einer großen Mitgliederversammlung mit Aufnahmen von Hitler führte letztendlich zur Auflösung der Wave. Das Stück endete mit einem eindringlichen Appell von Ben Ross: „Faschismus ist etwas, was wir alle in uns tragen wie eine Krankheit.“

Das Stück wurde geschickt in die Neuzeit geholt, indem von einem Podcast statt einer Schülerzeitung die Rede war und aktuelle Jugendsprache (z.B. Bitch, Fotzen, Babe, Schlampe) sowie Social Media integriert wurden. Die Inszenierung sprach auch kurz kritische Themen wie Lehrergewinnungskampagnen an.

Das ehrenamtliche Schauspielerensemble, bestehend aus Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren, zeigte großes Engagement und Talent. Die Aufführung war ein eindrucksvolles Erlebnis, welches zum Nachdenken über die Bedeutung von Individualität und Verantwortung anregte. Durch das gekonnte Mash – up aus Film, Roman und Originalaufzeichnungen des „echten“ Lehrers Ron Jones erhielt das Theaterstück eine zusätzliche Tiefe und Authentizität.